Lektorinnen und Lektoren tragen während des Gottesdienstes aus der Heiligen Schrift die Lesungen vor. Auch das Vortragen weiterer Texte wie beispielsweise Fürbitten kann zu ihren Aufgaben gehören. Mit diesem Dienst, der in einer langen Tradition steht, sind sie damit wesentlich an der Verkündigung des Wort Gottes beteiligt. In unserer Pfarrei zeichnen insgesamt 29 Ehrenamtliche für den Lektorendienst zuständig. Davon sieben Männer und 22 Frauen.
Wir haben ihn gefragt:
Was genau hat dich dazu bewegt dich als Lektor zu engagieren und wie lange schon übst du dieses Ehrenamt aus?
Seit meiner Kommunion bin ich im liturgischen Dienst. Als Ministrant habe ich in St. Quirinus, Köln-Mauenheim angefangen und habe die liturgische Karriereleiter dieses Dienstes in allen Stufen erlebt. Ich war begeisterter Ministrant, weil man in dieser Funktion auch Teil des Gottesdienstes und der Rituale ist, beziehungsweise in wichtiger Weise dazu beiträgt, dass der Gottesdienst auch zu einem Fest wird. Bei uns gehörte damals selbstverständlich auch das „Lektorenamt“ mit zu den Aufgaben des Ministranten. Mit 15 Jahren habe ich mich dann bereit erklärt als Lektor eingeführt zu werden. Da in der Schule im Religionsunterricht unter anderem in der Bibel gelesen wurde waren mir die Texte, wie Paulusbriefe, Apostelgeschichte, Psalmen und alttestamentarische Texte nicht fremd. Noch heute bin ich stolz als Lektor ein Teil des Gottesdienstes zu sein und werde das Amt gerne weitermachen, bis ich nicht mehr lesen kann.
Was macht eigentlich einen guten Lektor aus?
Ein Lektor sollte verständlich sprechen können. Schließlich sollte man ihn und den vorgetragenen Text verstehen können. Während des Vorlesens sollte der Text auch so betont werden, dass dessen Sinn erfasst werden kann. Daher sollte sich die Lektorin oder der Lektor vor dem Gottesdienst den Text ein paar Mal durchgelesen haben, um ihn dann in Betonung und Sprache gut rüberzubringen. Das eigene Textverständnis ist hier von wesentlicher Bedeutung. Um aber den richtigen Text zu finden, sollte er sich mit dem Kirchenjahr auskennen, das Lesejahr A, B oder C kennen und die jeweiligen Lektionare mit den Lesungen haben. Ich habe zuhause einen liturgischen Kalender, in dem ich immer sehen kann, was für Lesungen (meistens zwei pro Gottesdienst) dran sind. Auch kann man sich im Internet über die kommenden Lesungen informieren.
Spielt Nervosität eine Rolle?
Ein Bisschen Lampenfieber schadet nie. Wer aber so lange wie ich „mit dabei“ ist hat eine gewisse Routine entwickelt. Viel wichtiger für mich ist es nicht durch Ablenkungen oder Änderungen aus dem Konzept gebracht zu werden. Auch sollte man sich, bevor man mit dem Lesen loslegt, „die Ohren des Publikums holen“ und selbst seinen Ruhe- beziehungsweise Konzentrationspunkt finden. Eine kurze Stille vor dem Lesen wirkt. Ich hole mir den Augenblick meistens dadurch, dass ich meine Zuhörer ansehe und mich dann auf den Textanfang konzentriere. Jeder Lektor hat da so seine Strategie.
Wie viel Zeit wendest du für diese ehrenamtliche Tätigkeit in etwa auf?
Eigentlich ist es nicht viel Zeit, die man hier „opfern“ muss. Wer schon einige Lektorenkurse mitgemacht hat, hat es drauf. Nach dem Lektorenplan bin ich so alle zwei Monate mal mit dem Lesen dran. Am Lesungs-Tag bereite ich mich eine Stunde vor dem Gottesdienst mit dem Lesen der möglichen Texte vor und bin 30 min vor Gottesdienstbeginn in der Sakristei, um alles mit dem Pfarrer oder dem Gottesdienstteam zu besprechen, was ich zu lesen habe und wann ich Lesen muss. Oft ist es so, dass wir zwei Lektoren sind und dann uns neben den Lesungen noch Fürbitten, Gebete oder sonstige Texte zugeteilt werden. So bleibt mir dann noch ein bisschen Zeit vor dem Gottesdienstbeginn diese Texte schnell kennenzulernen. Also pro Gottesdienst braucht man insgesamt zwei Stunden Zeit.
Wer kann alles Lektorin/Lektor werden? Welches „Know-How“ wird hierfür benötigt?
Lektor werden kann eigentlich jeder, der den liturgischen Ablauf des Gottesdienstes kennt und Lust darauf hat Texte vorzutragen. Nun Lesen muss man auch können und empfehlenswert ist es eine Lektorenschulung mit theoretischen Grundlagen zum Textverständnis und praktischen Übungen mitgemacht zu haben.
Und zum Abschluss: Was ist dein Lieblings-Fest im Kirchenjahr?
Mein Lieblingsfest im Kirchenjahr ist Ostern, in dem wir die Auferstehung Jesu und die Erneuerung der Grundlage unseres Glaubens feiern. Gerade in der Osternacht mit ihren vielen Lesungen sind die Lektoren sehr gefragt und wir zeigen, was wir können! Das mach mir viel Freude. Ich glaube den Ministranten geht es genauso.
Wenn Sie sich von dieser Ehrenamtlichen Tätigkeit angesprochen fühlen und gemeinsam mit anderen engagierten Menschen etwas bewirken wollen, dann melden Sie sich gerne hier: pfarramt@kraichtal-elsenz.de oder Tel. 07250 391.









