"Was macht eigentlich...
...ein/e Wortgottesdienstleiter/in?"
In unserer Pfarrei gibt es aktuell rund 13 Frauen und Männer, die als sogenannte „Wortgottesdienstleiter“ tätig sind. Dies sind Ehrenamtliche, die beauftragt werden in unserer Pfarrei die Leitung von Andachten oder Wort-Gottes-Feiern zu übernehmen. Eine zum Teil schon jahrzehntelange Praxis, die auch als Antwort auf den fortschreitenden Priestermangel gesehen wird.
Stefan Schmittinger und Margit Pilz aus Elsenz engagieren sich beide aktiv in ihrer Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit, Elsenz. Zum einen im Gemeindeteam, zum anderen als Wortgottesdienstleiter.

Was genau ist eigentlich die Aufgabe eines Wortgottesdienstleiters?
Stefan Schmittinger: Wortgottesdienstleiter/innen gestalten und leiten als Laien mit ihren Helfern ehrenamtlich vor Ort gottesdienstliche Feiern, Andachten und Bußfeiern, zu verschiedenen Anlässen, an ganz unterschiedlichen Orten, das ganze Jahr hindurch. Es ist somit ein wichtiges Element, der Kirchengemeinde ein liturgisches Angebot zu unterbreiten, wenn kein Priester anwesend ist. Dem Wortgottesdienstleiter/in steht eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Vorbereitung des Ablaufs zur Verfügung. Sei es durch Fachliteratur, Wortgottesdienstvorlagen, Impulse aus der Erzdiözese Freiburg und Weiteres. Im Kirchenjahr gibt es viele Anlässe und Anfragen für Wortgottesfeiern und eine Abstimmung mit dem Gottesdienstplan und dem Gemeindeteam ist unbedingt notwendig.
Margit Pilz: Jedes Jahr überlegen wir gemeinsam mit dem Gemeindeteam, welche Gottesdienste wir durchführen möchten und können. Dieses Jahr haben wir den Weltgebetstag zusammen mit der ev. Gemeinde gestaltet und eine besinnliche Wanderung zur Kapelle in Tiefenbach durchgeführt. Für die nahe Zukunft haben wir einen Gräberbesuch, ein Taizégebet sowie eine Andacht im Advent geplant. Wir machen uns Gedanken, wie wir den Gottesdienst interessant und abwechslungsreich gestalten können, so dass auch die Gemeinde den Glauben erfahren und etwas mitnehmen kann. Wir überlegen zum Beispiel, wie wir die Begrüßung und Einführung gestalten, welche Lesungen, Gebete, Fürbitten und andere liturgische oder meditative Texte gelesen und welche Lieder gesungen werden sollen. Wir fragen uns, ob wir noch andere Handlungen oder einen Segen mit einbauen können. Und natürlich ist für uns auch die Frage ganz wichtig: Wer kann uns unterstützen, wer spielt die Orgel, wer kann die Lieder anstimmen oder welche anderen Personen können noch einen liturgischen Dienst übernehmen. Das macht die Aufgabe spannend und abwechslungsreich.
Wie seid ihr zu diesem Ehrenamt gekommen?
Stefan Schmittinger: Durch die Kommunionbegleitung meiner drei Söhne habe ich jahrelang an vielen Gottesdiensten teilgenommen und bin vom örtlichen Gemeindeteam drauf angesprochen worden, im Gemeindeteam mitzuarbeiten und in diesem Zuge auch den Kurs für den Wortgottesdienstleiter zu machen.
Margit Pilz: Seit dem Jahr 2004 bin ich in der Gottesdienstgestaltung aktiv. Den ersten Impuls dazu gab ein früheres Pfarrgemeinderatsmitglied, das mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, im Gottesdienst die Lesung zu übernehmen. Da ich schon immer gerne gelesen habe, sagte ich spontan und mit Freude zu. Es folgte die Einladung, im Gottesdienstteam mitzuarbeiten – auch dieser Schritt fühlte sich für mich richtig an. Ich besuchte einen Liturgiekurs und bin so nach und nach in das Amt der Wortgottesdienstleiterin hineingewachsen.
Was treibt euch (weiterhin) an diese ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben?
Stefan Schmittinger: Ich sehe die Katholische Kirche nicht nur als Institution, sondern vor allem die Menschen vor Ort, die Gläubigen, die zu den Gottesdiensten und Feiern kommen sind für mich Antrieb, meinen Dienst wahrzunehmen, sowie meine Liebe zu Jesus. Wir stehen vor großen Veränderungen und hier möchte ich meinen Teil dazu beitragen, unseren Glauben leben zu können.
Margit Pilz: Es macht mir Spaß, mich mit der Bibel und den liturgischen Texten auseinanderzusetzen. Hierdurch erfahre ich mehr über Gott und erhalte Impulse für meinen Alltag und das Leben. Ich freue mich, diese im Gottesdienst weitergeben zu dürfen. Besonders wertvoll ist für mich auch der Austausch mit anderen Ehrenamtlichen – gemeinsam stärken wir unseren Glauben und erfahren Gemeinschaft.
Wer kann alles einen Wortgottesdienst leiten? Muss man dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen?
Stefan Schmittinger: Für dieses Amt sollte eine Schulung (Liturgiekurs) besucht werden. Diese gibt Hilfestellung und Sicherheit für den Ablauf. Nach Abschluss wird die Person vom Bischof auf Vorschlag des Pfarrers schriftlich zum Dienst der Leitung von Wortgottesfeiern in der Seelsorgeeinheit beauftragt.
Margit Pilz: Jeder, der Spaß und Interesse an diesen Aufgaben hat und ein wenig vertraut ist mit dem kirchlichen Leben und den örtlichen Gegebenheiten unserer Gemeinde, kann in unserem Team mitarbeiten.
Und zum Abschluss: Was ist Ihr Lieblingsfest im Kirchenjahr?
Stefan Schmittinger: Ich kann mich nicht auf ein bestimmtes Kirchenfest festlegen. Das Kirchenjahr bietet so viele schöne Zeitpunkte. Die Hochfeste mit Unterstützung von Kirchenmusik wie Orgel, Orchester und auch die Kirchenchöre machen die Gottesdienste zu unvergesslichen Erlebnissen.
Margit Pilz: Das Weihnachtsfest. Dazu trägt insbesondere die Atmosphäre bei: Die Dunkelheit, das Licht der Kerzen, die festlichen Lieder und die gut besuchte Kirche. Das Licht schenkt Hoffnung und Wärme. Die Weihnachtszeit ist eine Zeit des Innehaltens und Nachdenkens über die eigenen Werte und den Glauben. Es macht Freude, mit vielen Gleichgesinnten den Gottesdienst zu besuchen und die frohe Botschaft zu hören. Hier fühle und spüre ich: Gott ist mitten unter uns.
Wenn Sie sich von dieser ehrenamtlichen Tätigkeit angesprochen fühlen und gemeinsam mit anderen engagierten Menschen etwas bewirken wollen, dann melden Sie sich gerne hier: pfarramt@kraichtal-elsenz.de oder Tel. 07250 391.








