"Was macht eigentlich...

... ein Mitglied im Gemeindeteam?"

Zum 1. Januar 2026 wird aus den 13 Seelsorgeeinheiten des jetzigen Dekanats Bruchsal die neue „Pfarrei Edith Stein“. Der Name „Pfarrei Hl. Geist Kraichtal-Elsenz“ ist ab da an Geschichte. Für unsere aktuell sechs Gemeindeteams vor Ort bedeutet dies jedoch nicht automatisch deren Auflösung. Im Gegenteil: Ihre wertvolle Arbeit direkt vor Ort, nah bei den Menschen soll in jedem Fall weitergeführt werden. Dazu benötigt es weiterhin engagierte Ehrenamtliche, denn Lebendigkeit und Vielfalt in einer Kirchengemeinde entsteht erst durch das Engagement möglichst vieler in ihrer Gemeinde vor Ort. 
Doch was zeichnet dieses „Engagement“ aus? Was sind eigentlich die Aufgaben eines Gemeindeteams? Das Pfarreigesetz sagt dazu Folgendes: „Basis ihrer Arbeit sind die pastoralen Grunddienste, in denen sich christliche Gemeinde verwirklicht (…) Verkündigung des Glaubens, Feier der Gottesdienste, Dienst für die Menschen sowie Bildung von Gemeinschaften." Die Mitglieder eines Gemeindeteams tragen demnach Sorge für das Gemeindeleben vor Ort und gestalten es in seinen vielfältigen Ausprägungen mit.
 
Julia Bürkle ist seit 10 Jahren im Gemeindeteam St. Anna aktiv, Susanne Schäfer, ihres Zeichens Sprecherin dieser ehrenamtlichen Gruppierung, ebenfalls seit 10 Jahren.
Mit zwei weiteren Mitgliedern zeichnen sie für das Gemeindeleben der aktuell 588 katholischen Christen in Menzingen und Bahnbrücken verantwortlich.
Wir haben beide gefragt:
 
Was genau hat dich dazu bewegt dich ehrenamtlich in unserer Kirchengemeinde zu engagieren? Was treibt dich an?
Susanne Schäfer: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Vor vielen Jahren hat mich unser damaliger Pfarrer Herr Zlotos gefragt, ob ich mir vorstellen könnte Wortgottesdienstleitern zu werden. Da habe ich zugesagt und seitdem engagiere ich mich ehrenamtlich. Als dann die Gemeindeteams gebildet wurden war für mich klar, dass ich dort tätig sein möchte. Der große Gemeinderat hat mich irgendwie nie interessiert. Aber vor Ort im kleinen Team etwas für die Menzinger Gemeinde zu bewirken, das hat mich angesprochen und deshalb habe ich mich bereit erklärt im Gemeindeteam mitzuarbeiten. Was mich antreibt? Die Arbeit in einem tollen Team. Auch der Gedanke, dass Menzingen in der ganz großen Pfarrgemeinde Edith Stein nicht ganz in Vergessenheit gerät. Unsere Kirche soll in der Zukunft weiterhin ein Ort der Begegnung sein.

Julia Bürkle: Da ich schon seit vielen Jahren als Ministrantin in unserer Kirchengemeinde aktiv bin, wurde ich vor ca. 10 Jahren gefragt, ob ich Teil des Gemeindeteams Menzingen und Bahnbrücken sein möchte. Mir ist es wichtig, die Interessen der jüngeren Mitglieder zu vertreten und insbesondere auch den Ministranten vor Ort eine Stimme zu geben. Daher habe ich mich für diese Aufgabe entschieden. Wir sind ein tolles Team, in dem die Aufgabenverteilung gut klappt, aber auch der Spaß nicht zu kurz kommt.
 
Was für Aufgaben fallen im Gemeindeteam über das Jahr verteilt an?
Susanne Schäfer: Wir haben 5 bis 6 Sitzungen im Jahr. Während der Winterkirche organisieren wir den Kontaktkaffee, wenn Menzingen mit den liturgischen Diensten an der Reihe ist übernehmen wir den Begrüßungsdienst. Im September verteilen wir unser Pfarrblatt, das jeder Haushalt wegen der Caritassammlung umsonst bekommt, an alle. Im Advent besuchen wir unsere Kirchenmitglieder ab 80 Jahren und überreichen ein kleines Präsent. An Fronleichnam helfen wir bei der Gestaltung des Blumenteppichs mit. Bei Ehejubiläen besucht einer vom Team das Jubelpaar. Einmal im Jahr organisieren wir eine gemeinsame ökumenische Veranstaltung. Dieses Jahr gibt es einen Nachmittag im Advent. Bei Entscheidungen, die die Menzinger Kirche betreffen (z.B. Werktagsgottesdienste: ja oder nein? Gottesdienstzeiten, kleine Reparaturen, Aufräumarbeiten usw.) wirken wir mit.

Julia Bürkle: Genau. Wir haben regelmäßige Sitzungen, in denen wir aktuelle Themen besprechen, bestimmte Entscheidungen treffen und Infos aus dem Pfarrgemeinderat oder dem Dekanat austauschen. Die Sitzungen beginnen wir immer mit einem geistlichen Impuls, den ich vorher vorbereite. In regelmäßigen Abständen organisieren wir eine ökumenische Veranstaltung, wie z.B. einen Gottesdienst an der Wasserschlossruine oder ein gemeinsames Gemeindefest, in welcher für Verpflegung, Programm und die Durchführung an sich gesorgt werden muss.
 
Wie viel Zeit wendest du für diese ehrenamtliche Tätigkeit in etwa auf?
Susanne Schäfer: Das kommt darauf an, was gerade anliegt. Als die Renovierung unserer Sakristei anstand waren es sehr viele Stunden. Zur Zeit würde ich sagen, dass es so ca. 40 Stunden im Jahr sind.
 
Julia, du bist darüber hinaus für die Ministrantenarbeit vor Ort zuständig. Was für Tätigkeiten fallen neben der Arbeit im Gemeindeteam zusätzlich noch in dein Aufgabengebiet? Was macht dir daran besonders Freude?
Julia Bürkle: Die Tätigkeiten sind ganz vielfältig: Angefangen mit der „Werbung“ bei den Erstkommunionkindern und den Gottesdienstproben, ist beispielsweise auch der Ministrantenplan zu erstellen. Daneben machen wir auch Aktionen außerhalb der Gottesdienste, wie eine Ministrantenstunde, einen Ausflug oder eine Freizeit, die entsprechend zu organisieren sind. Besonders schön ist zu sehen, wie die größeren Ministranten die jüngeren Ministranten in die Gemeinschaft aufnehmen. Auf der anderen Seite ist es auch total schön zu sehen, wie die jüngeren Ministranten nach und nach in ihre Aufgaben „reinwachsen“ und immer selbstbewusster dabei werden. Aber auch hier darf der Spaß nicht zu kurz kommen und wir lachen sehr viel gemeinsam.
 
Wer kann sich alles im Gemeindeteam engagieren? Muss man dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen?
Susanne Schäfer: Ich würde sagen, dass jeder, der Spaß am ehrenamtlichen Tun hat, jeder, der teamfähig ist und gerne mit Menschen in Kontakt kommt, mitarbeiten kann.
 
Was würdest du Jemandem sagen, der noch unschlüssig ist sich in seiner Kirchengemeinde vor Ort zu engagieren?
Julia Bürkle: Einfach machen und ausprobieren und nicht so lange zögern :) Egal, in welchem kirchlichen Team man mithelfen möchte, jeder freut sich über die Unterstützung, denn je mehr Leute helfen, desto weniger Arbeit ist es für den Einzelnen. Jeder kann helfen, denn jeder hat Fähigkeiten und Talente, die wertvoll sind und natürlich hat man eine tolle Gemeinschaft, in die man aufgenommen wird.
 
Und zum Abschluss: Was ist dein Lieblings-Fest im Kirchenjahr?
Susanne Schäfer: Es sind nicht die ganz großen Feste, sondern der Gründonnerstag, der mein Lieblingsgottesdienst ist. Durch die Fußwaschung zeigt uns Jesus, was der Dienst am Nächsten, die Nächstenliebe bedeutet. Wenn wir unseren Nächsten lieben, was kann dann noch schiefgehen? Nichts würde ich sagen.

Julia Bürkle: Ganz klar – Ostern. Die Feier der Osternacht ist ein großes Highlight. Zu sehen, wie ein kleines Licht die Kirche erhellt und nach und nach das Licht in der Kirche verteilt wird, ist immer wieder unglaublich schön.
 
Wenn Sie sich von dieser Ehrenamtlichen Tätigkeit angesprochen fühlen und gemeinsam mit anderen engagierten Menschen etwas bewirken wollen, dann melden Sie sich gerne hier: pfarramt@kraichtal-elsenz.de oder Tel. 07250 391.

vlnr: Julia Bürkle, Melissa Götz (Pfarrgemeinderätin aus Menzingen), Susanne Schäfer, Nicole Scheerer, Bianca Glück